Inhaber des Pfannkuchen-Haus Adolf Kuhn

Das rechte Maß für den Biertrinker

Welche Wogen die Erfindung der Bierwaage bundesweit geschlagen hat, mag der Gast aus der nun folgenden Meldung der dpa ersehen, die im Oktober 1985, anlässlich der Präsentation der Bierwaage, über die Fernschreiber ging:

Als Bierkenner und leidenschaftlicher Biertrinker hat der Gastwirt und Inhaber des Pfannkuchen-Hauses, Adolf Kuhn, immer ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn er Bier in Steinkrüge einschenken sollte. Das rechte Maß wurde vom Gefühl geleitet, der Eichstrich danach aber nie richtig gewürdigt. Entweder war Zuviel oder Zuwenig eingeschenkt.

Zwischen Kundenzufriedenheit und Umsatzliebe hin und her gerissen, probierte er aus: Einen Steinkrug bis zum Eichstrich mit Wasser gefüllt in der linken Hand, einen Bierkrug mit Pils in der rechten, versuchte er das richtige Gefühl für das Biergewicht zu bekommen. Probe auf Probe, die Ungenauigkeit war Siegerin.

 

Das Patent für die Bierwaage

Da kam ihm der Gedanke, es doch einmal mit der Waage zu probieren. Gedacht, getan: Vom Flohmarkt besorgte sich Adolf Kuhn eine alte Haushaltswaage und ein 500 g Gewicht, machte sich an die Arbeit, baute die Waage um und ließ sie eichen.Kuhn: „Nach dem ersten Versuch war ich so begeistert, dass ich mich erkundigt habe, ob es in Deutschland schon eine solche Bierwaage gibt.“ Es gab sie nicht, bescheinigte ihm das Patentamt in München. Und so beschloss der Inhaber des Pfannkuchen-Hauses in Hannover, seine Waage zum Patent anzumelden. Da Bier etwas leichter ist als Wasser , hat der Gast sogar einen kleinen Vorteil, denn er bekommt mehr eingeschenkt. Somit braucht kein Wirt mehr ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er ein Bier in einen Steinkrug füllt.